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Feinste Blasmusik in Frack und Fliege

Nicht Blasmusik in Tracht, sondern Blasmusik in Frack und Fliege wurde am Samstag in Schwarzenfeld geboten. Es war das erste Konzert unter Leitung des neuen künstlerischen Leiters Alejandro Vila. Florian Herzog, der Vorsitzende der Bläserphilharmonie, betonte in seiner Begrüßung, dass Schwarzenfeld so etwas wie eine zweite Heimat für das Orchester geworden sei und dass die Schwarzenfelder die ersten seien, denen das neue Programm präsentiert werde. „Europa“ lautete der Titel dieses Programms und den Anfang machte Musik aus nördlichen Gefilden.

„Peer Gynt Suite Nr. 1“ des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1873 - 1907) ist ein Highlight der romantischen Orchestermusik und wurde auch von Jazz- und Popgrößen interpretiert. Beim 1. Satz - Morgenstimmung - vermeinte man diese fast körperlich zu spüren. Beim 4. Satz - In der Halle des Bergkönigs - wurde klar, warum diese unglaublich kraftvolle Musik auch gern von der Werbeindustrie adaptiert wird. Weiter ging die Reise nach Deutschland, genauer gesagt nach Bayern. Vom Freisinger Komponist Peter Wittrich (geb. 1959) stammt das Werk „Toccata Bavarese“. Die Toccata als frühbarocke freie Kompositionsform bildet hier die Basis für die Verknüpfung von barocken Fanfarenklängen mit Zwiefach- und Ländlermotiven. „Schwierigkeitsgrad 6 – extrem schwer“ ist die Komposition eingestuft und auch für den „Durchschnittszuhörer“ waren die Takt- und Motivwechsel eher ungewohnt.

Nun folgten die Niederlande mit dem Komponisten und Arrangeur Johan de Meij (geb. 1953), der in dem Stück „La Quintessenza“ den Kern seiner Musik anhand verschiedener Themen, die bearbeitet, weiterentwickelt und schließlich wieder aufgegriffen werden, darstellt. Frankreich war vertreten durch Maurice Ravel (1875 - 1937), der ja vor allem durch die Ballettmusik „Boléro“ bekannt wurde. Das Orchester hatte „Pavane pour une infante défunte“ ausgewählt, für Ravel „eine Erinnerung an eine tanzende spanische Prinzessin“. Und die Verbindung zu Spanien erreichten die Musiker mit „Entornos“, einer Symphonie des spanischen Komponisten Amando Blanquer Ponsoda (1935 - 2005). Den Abschluss bildete Italien: In der Suite „Moment for Morricone“ wurden die bekanntesten Melodien des Komponisten Ennio Morricone (geb. 1928) aufgegriffen und wiederum von Johan de Meij für symphonisches Blasorchester arrangiert.

Über 200 Zuhörer hatten sich auf diese musikalische Reise mitnehmen lassen, auf eine sehr abwechslungsreiche Reise, die Frank Ebel in launigen Worten, gespickt mit vielen Informationen, moderierte. Die fantastische Klangfülle des über 60-köpfigen Orchesters, in dem auch Musiker aus der Region mitwirken, zog die Zuhörer in ihren Bann und ließ das nüchterne Sporthallenambiente vergessen. (sam)

04.03.2017 | Mittelbayerische Zeitung